Strategische Ziele formulieren – dein Leitfaden

von 10.11.2021

Ständig neue Ziele, die eigentlich nie erreicht werden? Oder starre Strategie-Berge, die bei Umsetzung schon überholt sind? Leider in vielen Unternehmen an der Tagesordnung. Ich verrate dir, wie du strategische Ziele formulierst, die in Erfolg münden. Und: Was strategische Ziele überhaupt sind (Definition), welcher Zeitraum optimal ist und was sie von operativen Zielen unterscheidet – natürlich mit vielen Beispielen.

1. Das Wichtigste auf einen Blick

Wenn Strategische Ziele perfekt ineinander greifen, ebnen sie den Weg zu deiner Vision! Foto: Adobe
  • Strategische Ziele sind DIE Meilensteine zur Erreichung deiner Vision.
  • Sie helfen deine Vision in der Realität zu verankern und bilden die Basis für deren Umsetzung – und damit für deinen Erfolg.
  • Kümmere dich dafür zunächst um deine Vision, analysiere den Status Quo und bringe im Anschluss alles in Einklang.
  • Formuliere deine strategischen Ziele langfristig, mache sie messbar (KPIs) und halte sie schriftlich fest.
  • Lass sie von deinem Team in operative Ziele münden, die schnell und konkret umsetzbar sind.

2. Was sind strategische Ziele? Definition

Ein Zustand, der in der Zukunft liegt und den man erreichen möchte, wird als Ziel bezeichnet. Die langfristige Planung des Vorgehens, um dieses Ziel anzugehen, nennen wir Strategie.

Um stärker zu verdeutlichen, was strategische Ziele sind, muss ich zunächst das Feld von hinten aufräumen, denn vor jedem strategischen Ziel kommt die Vision.

Die Unternehmensvision ist quasi das große Zielbild deines Unternehmens und definiert das, was du in 5-10 Jahren erreichen willst. Nicht umsonst wird die Unternehmensvision auch als Leuchtturm bezeichnet. Ein heller Turm, der klar und deutlich zeigt, wohin es gehen soll und die Basis für alle Maßnahmen bildet.

Die strategischen Ziele ebnen den Weg dorthin; sie teilen ihn in zeitliche Meilensteine ein und helfen damit, die Unternehmensvision in der Realität zu verankern.

Die strategischen Ziele sind damit Teil der Unternehmensstrategie.

Die Eckpfeiler der Unternehmensstrategie

  1. Vision = Zielbild des Unternehmens (WAS wollen wir erreichen? WOHIN soll es gehen?)
  2. Purpose/Mission: Auftrag/Daseinsberechtigung des Unternehmens (WARUM?)
  3. Strategie= Weg zum Ziel; Plan, um das Ziel zu erreichen (WIE?)
  4. Strategische Ziele = Langfristige Meilensteine auf dem Weg zur Vision (WIE – in Bezug auf Vision – & WANN?)
  5. Operative Ziele = Kurzfristig, konkrete Umsetzung in den einzelnen Bereichen (WIE GENAU?)

Die Bereiche bauen aufeinander auf und gehen Hand in Hand, vom Großen ins Kleine.

Strategische Ziele: Der Zeitraum

Strategische Ziele sind langfristig ausgelegt. Ich empfehle meinen Kundinnen und Kunden im Coaching verschiedene Zeiträume festzulegen, die sich ergänzen und immer (!) auf die Vision einzahlen.

Die Basis dafür bildet das Ziel-Brainstorming aus der Visionsarbeit, in der eine Ziel-Kaskade (oft auch Ziel-Pyramide genannt) gebildet wurde.

Im nächsten Schritt sollten die relevanten strategischen Ziele auf einer Zeitachse verteilt und in Ober- wie Unterziele unterteilt werden: Was muss als erstes geschehen, was als nächstes etc.?

Du gehst also auch hier wieder vom Großen ins Kleine, bis du einen Zeithorizont von 12 Monaten erreichst.

Hieraus werden konkrete Ziele für das Quartal, den Monat und die Woche abgeleitet – an dieser Stelle befinden sich die meisten Unternehmen bereits im operativen Modus.

Bestandteile und Beispiel: Was können strategische Ziele sein?

Strategische Ziele:

  • sind langfristig formuliert (Jahr/Jahre, ggf. Quartal)
  • beinhalten eine grundsätzliche Vorstellung von der Zukunft, die auf die Vision einzahlt
  • sind messbar (greifbar)
  • werden von der Führungsebene vorgegeben

Beispiel: Marktanteil in 12 Monaten um 5 Prozent erhöhen.

Strategische Ziele vs. operative Ziele – der Unterschied

Operative Ziele sind:

  • kurzfristig (täglich, wöchentlich, monatlich)
  • messbar
  • konkret formuliert
  • schnell umsetzbar
  • von den strategischen Zielen abgeleitet

Beispiel: 3 Posts pro Woche auf den Social Media Kanälen.

Operative Ziele zeigen nicht mehr den Weg auf, sondern pflastern diesen mit ganz konkreten Maßnahmen. Es geht also in die Umsetzung: Im operativen Tagesgeschäft beschäftigen sich die Mitarbeiter:innen mit der Aufgabe, die langfristigen Ziele tatsächlich zu erreichen.

Die operativen Ziele definieren (bei größeren Unternehmen) nicht mehr die Führungsperson, sondern das Team selbst. Im besten Fall liegen sie in der Verantwortung jedes einzelnen Mitarbeiters, damit der/die CEO der Geschäftsführerrolle wirklich gerecht werden kann: das Unternehmen führen und sich fokussiert um die strategische Ausrichtung kümmern.

Mehr dazu findest du im Artikel Eigenverantwortung im Team stärken

Dir schwirrt der Kopf bei den ganzen Begriffen? Das kann ich mir vorstellen. Die gute Nachricht, es geht nicht darum, Strategisches und Operatives in Stein zu meißeln. Wichtig ist vor allem, zielgerichtet vorzugehen, damit alle Schritte aufeinander aufbauen und dir zum großen Erfolg verhelfen.

Perfekt wäre es, sich täglich mit seinen strategischen – und zwangsläufig – auch operativen Zielen zu beschäftigen.

Klingt nach einem Haufen Arbeit?

Im Gegenteil! Lerne, deine Strategiearbeit in dein Daily Business zu integrieren. Dann wirst du viel schneller und vor allem leichter erfolgreich sein. Agil lautet das Stichwort, und das hört auch beim Thema Strategie nicht auf.

Hilfreiche Tools:

Natürlich spielt auch Kommunikation eine große Rolle, jede gute Strategie braucht gute Führung, damit sie wirklich umgesetzt werden kann. Und da kommen wir schon zur größten Herausforderung:

3. Warum benötigt ein Unternehmen überhaupt strategische Ziele?

Alle wunderbaren Visionen nützen nichts, wenn sie nicht umgesetzt werden. Heißt auch: Ohne Strategie und strategische Ziele wirst du niemals dein großes Ziel erreichen. Und andersherum wirst du ohne Vision keine funktionierende Strategie erarbeiten können.

„Ohne große Vision und Strategie, die wirksam auf die Vision einzahlt, kein langfristig funktionierendes Business.“

Doreen Hegemann

Umso bedenklicher ist es, dass sich nur wenige Unternehmen wirklich optimal um diese Eckpfeiler kümmern.

Was ich bei den „Großen“ beobachte: zu viel Komplexität! Es braucht zum Teil Monate, um strategische Ziele auf den Weg zu bringen – und die sind bis dato schon längst veraltet! Mit Agilität hat das nichts mehr zu tun.

Viele Einzelunternehmer und Start-Ups haben genau dieses Bild im Kopf: Strategien seien schwer, riesengroß, unüberschaubar und bedeuten in jedem Fall einen Batzen Arbeit, für die sie wirklich keine Zeit haben – und vernachlässigen das Thema dann häufig komplett.

Und das ist gefährlich, um es deutlich zu sagen

Nicht nur, weil es sehr schwer wird, nachhaltig erfolgreich zu sein, wenn niemand weiß, wohin es eigentlich gehen soll und WIE wir dorthin kommen.

Sondern auch, weil wir irgendwann Unwichtiges nicht mehr von Wichtigem unterscheiden können. Entscheidungen treffen für oder gegen bestimmte Maßnahmen? Puh!

Weil ja, wie willst du auch Nein sagen zu einem wirklich sehr spannenden Angebot, wenn du nicht weißt, ob es dich wirklich an dein Ziel bringt bzw. nicht mal weißt, was KONKRET dein Ziel ist. Außer: „Ich möchte erfolgreich sein.“ Und – das wird dir bewusst sein – reicht leider nicht.

Und so verlaufen sich junge wie alt eingesessene Unternehmen irgendwann im Dschungel der Möglichkeiten, oder ersticken am Wust aus Riesenprozessen, die zwar Strategien ausspucken, aber wie große, angestaubte Steine letztlich nur im Weg liegen.

Und das ist schade. Denn die meisten könnten so viel mehr erreichen! Und zwar mit Leichtigkeit.

„Strategische Ziele sind wie Leitplanken. Natürliche Grenzen, die helfen, sich auf das wirklich Relevante zu fokussieren – und alles andere außen vor zu lassen.“

Doreen Hegemann

4. Leitfaden: Wie du strategische Ziele entwickelst

Alles beginnt mit deiner Vision. Bitte kümmere dich zuerst darum, bevor du dich den strategischen Zielen widmest. In meinem Artikel „Unternehmensvision: In 6 Schritten zu deinem Ziel“ findest du meine Anleitung.

Wenn du jetzt denkst: „Ach egal, ich möchte schnell vorankommen“, verstehe ich das natürlich. Auch mein Tisch ist immer wieder voll und Abarbeiten gibt erst mal kurzfristig Erfolgserlebnisse. Das Gefühl, was geschafft zu haben.

Und klar, das ist wichtig. Doch glaub mir: Aus Erfahrung weiß ich, dass du ohne Visionsarbeit zwar Dinge schaffst, aber leider langfristig nicht die, die den Stein ins Rollen bringen und dazu beitragen, dein volles Potential auszuschöpfen.

Schritt 1: Status Quo Check

So, die Visionsarbeit ist geschafft. Du hast deine 5-10 langfristigen Unternehmensziele definiert, in einem Brainstorming eine Zielkaskade entwickelt und vielleicht sogar ein Vision Statement formuliert. Großartig! Du und dein Team, ihr habt das Feuer entfacht – und kümmert euch hoffentlich auch noch um einen inspirierenden Purpose.

Kommt nun wieder als (Führungs-) Team zusammen und schaut euch die einzelnen Bereiche im Unternehmen gesondert und vor allem genau an:

  1. Was haben wir (im Marketing/Vertrieb/Produktentwicklung etc.) bislang erreicht?
  2. Wo sind unsere (größten) Erfolge?
  3. Wo sind unsere Stärken, und wo die Schwachstellen?
  4. Was hat nicht funktioniert?
  5. Und was wären jetzt eigentlich unsere nächsten Ziele und Schritte gewesen?

Schritt 2: Strategische Ziele auf die Zeitachse legen

Jetzt geht ihr zurück an den Ausgangspunkt und legt eure strategischen Ziele, die ihr in der Visionsarbeit formuliert habt, auf die Zeitachse.

  1. Was muss in diesem Jahr passieren, damit wir unserer Vision näher kommen?
  2. Was ist die aller-wichtigste Sache, die alles ins Rollen bringt?
  3. Und was bedeutet das für die einzelnen Bereiche? Was muss wo passieren?
  4. Wann?

Geht dabei vom Großen ins Kleine. Heißt: Priorisiert die Ziele und formuliert zunächst übergeordnete Jahresziele fürs Unternehmen und dann für die Bereiche; davon werden die weiteren strategischen Ziele fürs Quartal und den Monat abgeleitet.

Hinweis: Bei den Wochen- und Tageszielen befinden wir uns im operativen Geschäft. Das sollte nicht in diesem Workshop stattfinden, um die Agilität nicht zu gefährden.

Schritt 3: Abgleich mit Status Quo

Bringt nun die Visionsarbeit mit dem Status Quo in Einklang, um optimal weiterzuarbeiten:

  1. Was brauchen wir, um die jeweiligen Ziele erreichen zu können?
  2. Wo müssen wir noch Voraussetzungen schaffen (Ressourcen, Tools, Kommunikation etc.)?
  3. Was hat uns bislang gehindert?

Schritt 4: Strategische Ziele formulieren

Nun solltet ihr die vorherigen Erkenntnisse in eure Strategie und strategischen Ziele einfließen lassen. Um Ziele zu formulieren kann die SMART-Methode angewandt werden.

Tipps, wie ihr die strategischen Ziele formuliert, damit es mit der Umsetzung besser klappt:

  1. Formuliert so messbar wie möglich; nutzt gern Zahlen und KPIs (Wie viel Marktanteil, wie viele Kunden, wie viel Umsatz etc.)!
  2. Unbedingt schriftlich fixieren.
  3. Visualisiert die gesamte Unternehmensstrategie, z. B. in Form einer Illustration oder Zielpyramide.

Ich hoffe, ich konnte dir helfen, eure strategischen Ziele für dieses Jahr zu definieren. Jetzt heißt es: Schnell ins Eingemachte gehen und umsetzen! Informiert alle Bereiche, brecht die Ziele in konkrete Maßnahmen herunter und fangt an. Schnelligkeit ist das A und O! Hands On lautet das Stichwort, auch beim Thema Strategie.

Möchtest du den Prozess und die Umsetzung beschleunigen? Dann buche gern ein persönliches Gespräch mit mir. Wir kümmern uns gemeinsam um die Ziele und Maßnahmen, die dich und dein Unternehmen JETZT weiterbringen.

Hast du noch Fragen? Wie geht ihr in der strategischen Planung vor? Ich freue mich über einen Austausch mit dir in den Kommentaren!

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Doreen Hegemann
Doreen Hegemann

Ich bin Doreen Hegemann, Wahl-Hamburgerin und war schon immer Unternehmerin. Zumindest im Herzen. Doch zunächst habe ich 2 Jahrzehnte als Marketing Managerin und Strategin in Konzernen gearbeitet, bis ich nach der Geburt meines zweiten Kindes merkte: Das macht mich nicht mehr glücklich!

Erfolgreich mit meinem eigenen Unternehmen wurde ich jedoch erst, als ich einen Mentor an meiner Seite hatte, der mich in die richtige Richtung begleitete. Heute helfe ich Unternehmer:innen, ihre inneren Stärken zu erkennen und mit Erfolg und Leichtigkeit das umzusetzen, wofür sie wirklich stehen – und gebe ihnen genau dafür Werkzeuge, Tools und Wissen an die Hand.

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