Unternehmensvision: In 6 Schritten zur großen Zukunft

von 01.11.2021

Think big: Warum eine große Unternehmensvision für deinen Erfolg elementar ist, wie du deine Hauptziele steckst, ein ideales Zukunftsbild formulierst und was dich genau daran (noch) hindert. Inklusive Methoden, Coaching-Beispielen und Visualisierungs-Tipps.

1. Das Wichtigste auf einen Blick

Unternehmensvision entwickeln heißt einen klaren Blick auf die Zukunft gewinnen!
Unternehmensvision entwickeln heißt einen klaren Blick auf die Zukunft gewinnen! Photo by bruce mars on Unsplash
  • Die Unternehmensvision beantwortet die elementare Frage: „WAS wollen wir erreichen?
  • Und gibt damit eine klare Vorstellung von der Zukunft deines Unternehmens.
  • Sie bildet die Basis für Mission, ALLE Strategien und Maßnahmen – und ist Wegweiser für dich und dein Team.
  • Bestandteil ist dein GROßER Traum und 3-5 langfristige (!) Ziele.
  • Je größer diese Ziele, desto größer die Ergebnisse.
  • Traue dich also groß zu denken, binde dein Team mit ein, brainstormed zu Zielen und priorisiert im Anschluss.
  • Formuliere deine Vision so deutlich wie möglich: Zahlen nennen!
  • Aufschreiben, Visualisieren und Mindset-Arbeit befeuern die Umsetzung.
  • Ein Vision Board ist dafür eine tolle Möglichkeit.

2. Definition: Was ist eine Unternehmensvision?

Eine Unternehmensvision ist ein klares Zielbild von der Zukunft deines Unternehmens und beinhaltet die langfristigen Unternehmensziele. Die Vision gibt dir und deinem Team Antworten auf die Frage: „WAS will ich/wollen wir erreichen?“

Bestandteile einer Unternehmensvision

Eine Unternehmensvision

  • ist immer langfristig ausgelegt (5-10 Jahre),
  • beinhaltet sowohl deinen Unternehmens-Traum (Vorstellung von der idealen, großen Zukunft)
  • als auch 3-5 konkrete (!) Hauptziele.

Traum und Ziele ergänzen sich und bilden eine Ziel-Kaskade, von der sich die richtigen Teilziele und wirkungsstarke Maßnahmen ableiten lassen.

Du kannst auch ein Vision Statement formulieren, das all das zusammenfasst. Es sollte möglichst kurz, einfach und klar das Wesentliche deiner Vision widergeben, den Kern quasi – und dabei vor allem inspirieren. Denn deine Vision und das Statement dazu sind letztlich das Leitbild und der Leuchtturm deines Unternehmens: Sie strahlen hell und klar und führen alle Stakeholder in die richtige Richtung.

Beispiele

Wie schon in meinem Purpose-Artikel möchte ich auch hier wieder als Beispiel die Tomorrow-Bank zeigen.

Vision Statement

„Gemeinsam verändern wir die Finanzwelt.“

Unternehmensvision und Vision Statement der Tomorrow Bank
Vision Statement: Es kann so einfach sein! Foto: Screenshot Website Tomorrow.de

Die große Vision dahinter könnt ihr hier nachlesen (unten im Beitrag).

3. Warum eine GROßE Unternehmensvision so wichtig ist

Viele Unternehmer:innen denken, eine Vision wäre ein Luftschloss, ein Traum, eine Fantasie, also etwas, das man erstmal vernachlässigen könnte. Davon rate ich strikt ab. Ich gehe sogar soweit, dass ich sage: Kümmere dich zunächst um deine Vision, erst dann um alles andere. Denn:

Deine Unternehmensvision bildet die Basis für deine Mission – und all deine strategischen Schritte.

Wenn ein Unternehmen keine Vision verfolgt, ist unklar, welcher Weg eingeschlagen werden soll. Oder anders ausgedrückt: Ohne Vision weiß im Grunde keine:r, was zu tun ist.

Gleichzeitig ist es richtig, dass eine wunderschöne Fantasie allein nur hilft, wenn sie mit konkreten Zahlen und Fakten gefüttert wird. Nur so kann aus dem nebulösem Traumschloss ein leuchtender Wegweiser für das gesamte Team werden.

Alice: „Würdest du mir bitte sagen, wie ich von hier aus weitergehen soll?“ – „Das hängt zum großen Teil davon ab, wohin du möchtest“, sagte die Katze.

Alice im Wunderland

Think Big: Warum deine Unternehmensvision groß sein sollte

Das erste, was ich meinen Coaching-Teilnehmer:innen sage, ist:

„Wir brauchen eine große Vision!“

Denn die Größe des Ziels beeinflusst deine Ergebnisse. Und zwar maßgeblich.

Wenn du deine Ziele klein(er) steckst, kannst du auch nur Strategien und Maßnahmen ableiten, die auf dieses kleine Ziele einzahlen. Dadurch verschenkst du Potential!

Kleine Vision = kleine Schritte und kleine Ergebnisse

Große Vision = große Schritte und große Ergebnisse

Wie groß ist deine Unternehmensvision?

Ganz ehrlich, viele Unternehmenr:innen träumen zwar groß, verkaufen sich aber ganz schnell unter Wert, wenn es um konkrete Zahlen geht. „Im nächsten Jahr wollen wir 2 Millionen Umsatz erreichen. Ok, eigentlich wären 3 Millionen noch besser, aber ich denke, es reichen erstmal 2“, erzählte mir erst neulich eine Kundin im Coaching.

Warum reichen 2?

Was groß ist, ist böse. Und wer will schon böse sein?

Viele Menschen trauen sich nicht, groß zu denken. Groß wurde (und wird häufig noch immer) mit etwas assoziiert, das nicht sonderlich erstrebenswert ist. Nehmen wir den großen bösen Wolf aus der Märchenwelt. Im Märchen bedeutet „Groß“ immer gefährlich. Und Gefahr macht Angst.

Gleichzeitig mussten wir uns früher anpassen, reinpassen, ducken. „Groß denken“ war verschrien und wurde häufig mit Prahlerei und Gier gleichgestellt.

Dabei hat das eine nichts mit dem anderen zu tun. Im Gegenteil, wer groß denkt, und damit große Ziele und Ergebnisse erreicht, verfügt auch über die Mittel, Großes in der Welt zu bewirken: Vielen Menschen Arbeit zu schenken, zu spenden, nachhaltige Produkte zu entwickeln, um nur einige tolle sinnstiftende Maßnahmen zu nennen.

Heißt ganz deutlich: Wir Unternehmer:innen können groß denken und gleichzeitig sehr bescheiden und großzügig sein.

Limits, die wir uns setzen

Und trotzdem, all die Assoziationen, die mit Groß in Verbindung gebracht werden, haben sich tief in unser Unterbewusstsein gefressen und blockieren uns noch heute.

Selbst diejenigen, die wissen, dass sie eine große Vision brauchen, um erfolgreich zu sein, tun sich schwer, wenn´s konkret wird. Auch sie denken häufig in Sätzen wie:

  • Was denken die anderen?
  • Ich darf das nicht.
  • Was ist, wenn ich scheitere?
  • Ich kann das nicht.

Und stecken aus Angst vor ihrem Kritiker ihre Ziele gleich drei Stufen nach unten. Oder: Stecken sie hoch und hindern sich letztlich selbst am Erfolg, weil sie sich nicht erlauben, diese Vision zu erreichen und damit falsche Strategien und Maßnahmen ableiten.

„Das Unmögliche zu schaffen, gelingt einem nur, wenn man es für möglich befindet“.

Hutmacher, aus: Alice im Wunderland.

4. Deine Unternehmensvision entwickeln – so geht´s!

Ganz wichtig: Nehme dir ausreichend Zeit für die nächsten Schritte. Im Coaching kann die Visionsarbeit schon einmal einen zweitägigen Workshop beinhalten, je nach Größe des Unternehmens.

Allerdings widmen wir uns hier nie isoliert dem Thema Vision, sondern kümmern uns auch um Unternehmenswerte und den Purpose (Mission, Sinn hinter deinem Unternehmen). Denn diese drei Elemente bilden das Grundgerüst erfolgreicher Unternehmen: Erst durch Werte und Purpose wird die Vision mit Emotionen verknüpft und damit zum Leben erweckt.

Kommen wir nun zu deiner Vision.

Schritt 1: Was ist dein Traum?

Alle großen Dinge beginnen mit einem Traum. Was ist deiner?

Wie stellst du dir dein Unternehmen in 5-10 Jahren vor?

WICHTIG: Think big! Je größer, desto besser. Für Bescheidenheit ist jetzt keine Zeit! (Mehr dazu erfährst du unter 4.)

Schritt 2: Trommel dein gesamtes Führungsteam zusammen

Wenn du gleich zu Beginn deine gesamte Führungsebene in die Visionsarbeit einbindest, stellst du sicher, dass alle an Bord sind. Und zwar so richtig. „Engagement“ ist nicht umsonst einer der drei wesentlichen Eckpfeiler erfolgreicher Führung.

Schritt 3: Stellt euch die wichtigsten Zukunftsfragen

Findet euch zum Brainstorming zusammen und kümmert euch um die Beantwortung der wesentlichen Zielfragen eures Unternehmens.

Beispiel-Fragen auf Unternehmensebene:

  • Wie viele Kunden wollt ihr haben?
  • Welche Zielgruppen möchtet ihr bedienen?
  • Welche neuen Produkte soll es geben, wie viele?
  • Braucht ihr ein größeres Team? Oder ein kleineres? Wie viele Mitarbeiter:innen?
  • Benötigt ihr bessere Prozesse?
  • Wollt ihr mehr Umsatz? Wie viel Gewinn?
  • Visierst du ein passives Einkommen an? Wie hoch soll es sein?

Beispiel-Fragen auf persönlicher Ebene für deine Unternehmensvision:

  • Was wünscht du dir für deine Gesundheit?
  • Beziehung, Familie, Freunde: Was ist dir hier wichtig?
  • Wie sieht es mit dem Thema Zeit aus? Wie stellst du dir deine optimale Work-Life-Balance vor?
  • Welche Erfahrungen möchtest du machen?
  • Was möchtest du lernen?
  • Gibt es Dinge/Erlebnisse, die du dir leisten möchtest?

Ihr habt 20, 25, 30 Ziele? Super! Limitiert euch nicht; in diesem Schritt ist erstmal alles erlaubt, was in den Kopf kommt. Wichtig ist dabei nur, dass ihr das „WAS“ und nicht das „WIE“ in den Blick nehmt. Denn gleich über Strategien und Maßnahmen nachzudenken, blockiert die Kreativität, die ihr gerade so braucht.

Und: werdet konkret. Nackte Zahlen sind elementar!

Ihr könnt auch gern schon jetzt die SMART-Formel anwenden. Müsst ihr aber nicht, wenn´s den Prozess für euch schwieriger macht.

Schritt 4: Priorisieren und Kaskade erstellen

Wahrscheinlich habt ihr jetzt allerhand Ziele formuliert. Wunderbar, denn das zeigt die vielen Perspektiven auf, die du hast bzw. dein Team. Jetzt geht es darum, zu priorisieren, Zusammenhänge aufzudecken, eine Kaskade zu bilden:

Welche Ziele bedingen sich gegenseitig, was kommt vorher, was nachher, was ist am wichtigsten, was weniger?

Hierbei hilft wieder das Pareto Prinzip.

Ziel ist es, 3 bis maximal 7 Hauptziele zu definieren – und alle anderen entweder als Teilziele oder Meilensteine zu definieren – oder on hold zu setzen.

Schritt 5: Aufschreiben und Kommunizieren (Visualisieren)

Wer seine Hauptziele im Kopf hat, ist schonmal gut dabei.

Wer sie aufschreibt, wird noch besser: Studien zeigen, dass sich durch das Notieren und Visualisieren die Umsetzungskraft um 50 Prozent steigern lässt. Nochmal ordentlich Schwung kommt on top, wenn wir uns täglich mit der Unternehmensvision auseinandersetzen: Mindset-Arbeit!

Unternehmensvision visualisieren:

Egal ob du Einzelunternehmer:in bist oder ein großes Team hinter dir hast: Ich plädiere für das Sichtbarmachen mithilfe eines Visionboards. Je nach Größe des Unternehmens kann die Vision beispielsweise in eine hübsche Illustration gegossen werden, die auch Werte und Purpose darstellt.

Du kannst aber auch ganz simpel starten, frei nach dem Motto: Done is better than perfect.

Anleitung Visionboard

  1. Nimm dir alte Zeitungen, Zeitschriften und Prospekte zur Hand, die du findest.
  2. Sammle Bilder und Texte, die deine Vision visuell wiederspiegeln: Wenn du bestimmte Büroräume haben möchtest, dann suche dir ein Bild, was genau das zeigt etc.
  3. Gehe dabei nach deinem Bauchgefühl und vertraue deiner Intuition.
  4. Klebe die Bilder manuell auf ein großes A3/2/1 Papier, auf Magnettafeln oder Pinnwänden.
  5. Du kannst es auch digital arbeiten, z. B. mit Hilfe von Powerpoint, Photoshop oder Apps wie Canvas.

Empfehlung: Gestalte dein Visionboard sehr genau und spezifisch – nicht beliebig! Ich habe schon viele Visionboards gesehen, die Annahmen und wage Ziele, Gefühle oder Phrasen enthalten. Das fühlt sich vielleicht gut an – lenkt aber ab. Unser Gehirn braucht klare Anweisungen und klare Vorstellungen. Heißt: Es sollte auf den ersten Blick deutlich werden, was du vorhast!

Weitere Methoden zur Visualisierung und Kommunikation

  • Mindmap
  • Prozesshandbücher
  • Newsletter
  • Kick-Off-Workshops

Ganz gleich, wie du deine Vision visualisierst, am Ende zählt, dass du damit umgehen kannst. Dass du und jede:r andere im Team weiß, welchen Weg er bzw. sie einschlägt (und warum). Und zwar jeden Tag.

Täglich mit Vision arbeiten

Damit die Vision in deine und eure DNA übergeht, das heißt selbstverständlich für euer Handeln wird, empfehle ich sich täglich damit zu beschäftigen.

Persönlich: Hänge dir dein Visionboard beispielsweise an einer prominenten Stelle auf, wo du dir es so oft wie möglich ansehen kannst. Mache es zu deinem täglichen Ritual. Das wird dir helfen dein Ziel noch stärker zu verinnerlichen und in die Umsetzung zu gehen.

Organisation/Team: ein Plakat mit einer Illustration in den Büroräumen, oder im Eingang. Toller Nebeneffekt: Gesprächsstoff, wenn Kunden kommen.

Schritt 6: Unternehmensvision umsetzen

Dieser Schritt bedarf eines weiteren Artikel. Nur so viel an dieser Stelle: Jetzt seid ihr an dem Punkt angelangt, euch um das WIE zu kümmern, und damit Strategien für einzelne Bereiche zu formulieren und daraus Maßnahmen abzuleiten. Und zwar Strategien und Maßnahmen die wirksam sind und sich in alltäglichen Aufgaben wieder finden.

Niemand würde wohl denken, dass hinter „5 Kundenanrufe tätigen“ oder „2 Posts am Tag machen“ die große Vision „Marktführer werden“ steckt, oder?

Doch es ist so. Und es kann funktionieren. Wenn alle Schritte aufeinander aufbauen. Der erste beginnt mit deiner Vision.

Wenn du diese Schritte umsetzt, kannst du endlich die Unternehmensvision finden, die dich und dein Team zu großem Erfolg führen wird.

Oder wünschst du dir Unterstützung von einer erfahrenen Expertin?

Hier kannst du direkt einen Termin vereinbaren, damit du genau die Begleitung erhältst, die dich weiterbringt.

5. Unternehmensvision Beispiel: Hotmail

Ein schönes Beispiel dafür, was eine große Vision bewirken kann, ist Hotmail.

Erst 1995 wurde das Unternehmen gegründet, und ging 1996 an den Start. Bereits ein Jahr später wurde das Unternehmen für 400 Millionen US-Dollar von Microsoft gekauft.

Die Köpfe dahinter: Zwei 27-jährige Männer (Sabeer Bhatia und Jack Smith), die überhaupt keine Erfahrung hatten, aber eine große Idee und eine noch größere Vision. Und diese große Vision, der Glaube an den Erfolg von Hotmail, dass das Konzept einschlagen und in Kürze einen 9-stelligen Wert haben wird, führte letztlich dazu, dass sie alle Hürden meistern konnten. Denn kurz vor knapp drohte das Aus: Einen Monat, bevor Hotmail an den Markt gehen sollte, ging das Geld aus.

Und trotzdem blieb das Team und arbeitete nur für Aktienoptionen weiter.

Warum?

Weil Die Gründer schlichtweg wussten, dass Hotmail einschlagen würde, und diesen Glauben daran verkörperten – und das überzeugte auch ihre Mitarbeiter.

Kennst du noch mehr Beispiele für großartige Visionen? Unternehmen, die ein Bild von der Zukunft finden, das Menschen Motivation schenkt und eine optimale Grundlage für Mission, Strategie & Co. bildet?

Ich freue mich über einen Austausch mit dir in den Kommentaren und freue mich immer, dir zu helfen oder von deinen Erfahrungen zu hören.

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Doreen Hegemann
Doreen Hegemann

Ich bin Doreen Hegemann, Wahl-Hamburgerin und war schon immer Unternehmerin. Zumindest im Herzen. Doch zunächst habe ich 2 Jahrzehnte als Marketing Managerin und Strategin in Konzernen gearbeitet, bis ich nach der Geburt meines zweiten Kindes merkte: Das macht mich nicht mehr glücklich!

Erfolgreich mit meinem eigenen Unternehmen wurde ich jedoch erst, als ich einen Mentor an meiner Seite hatte, der mich in die richtige Richtung begleitete. Heute helfe ich Unternehmer:innen, ihre inneren Stärken zu erkennen und mit Erfolg und Leichtigkeit das umzusetzen, wofür sie wirklich stehen – und gebe ihnen genau dafür Werkzeuge, Tools und Wissen an die Hand.

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