10 Zeitmanagement Tools für CEOs und Gründer:innen

von | Mai 24, 2022

Strategien durchdenken, Projekte in time meistern, Teams führen, Meetings durchlaufen – das alles unter einen Hut zu bekommen, ist gar nicht so leicht. Für CEOs und Gründer:innen wird Zeit damit schnell zur Engpass-Ressource: Wenn der Kalender voll ist, rutscht Strategie nach hinten und Führung wird reaktiv. Zum Glück gibt es kostenlose Zeitmanagement Tools und Methoden für Projektmanagement und Selbstorganisation. Hier kommen 10 kostenlose Tools und Methoden – plus ein Fahrplan, wie du sie sinnvoll nutzt.

Zeitmanagement Tools und Methoden fürs Projektmanagement und zur Selbstorganisation

1. Was ist Zeitmanagement?

Zeitmanagement ist für jeden ein Thema. Das fängt schon in der Schule an, geht in der Uni oder Ausbildung weiter und gewinnt an Fahrt, wenn wir fest ins Berufsleben einsteigen – und weiter aufsteigen.

Denn: Zeitmanagement beschäftigt sich mit der Frage, WIE wir mit unserer zur Verfügung stehenden Zeit umgehen.

Also wie wir unsere Zeit und Aufgaben

  • organisieren,
  • strukturieren,
  • managen.

Das Ziel? Möglichst produktiv arbeiten, ohne sich überarbeitet zu fühlen

Ein gutes Zeitmangement zeichnet sich dadurch aus, dass wir uns intensiv mit den verschiedenen Aufgabentypen auseinandersetzen und diese sinnvoll in den Tag, die Woche, den Monat und ins Jahr einbetten.

Trotzdem zeigt sich in vielen Unternehmen, dass CEOs und Führungskräfte häufig „ad hoc“ agieren. Auf Zuruf, ohne große Strategie dahinter.

Das ist riskant – weil dabei oft die wirklich wichtigen Themen untergehen.

Nicht falsch verstehen: Agilität ist unglaublich wichtig. Doch es besteht ein himmelweiter Unterschied zwischen flexibel auf Marktanforderungen zu reagieren und sich willkürlich in Details zu verlieren.

Denn geraten die wirklich wichtigen Dinge, die das Unternehmen voranbringen, ins Hintertreffen!

2. Warum Zeitmanagement gerade für Unternehmer:innen so wichtig ist

CEOs und Gründer:innen stehen täglich vor der gleichen Gleichung: Operatives, Abstimmung, Teamverantwortung und Strategie konkurrieren um Zeit und Fokus. Damit gehen

  • eine hohe Verantwortung,

  • permanenter Termindruck,

  • der Anspruch, den Überblick zu behalten, und

  • die Vorbildrolle für das gesamte Team einher.

Viele arbeiten dadurch dauerhaft am Limit. Ohne klares Zeitmanagement wird Führung reaktiv – und strategisch entscheidende Themen rutschen nach hinten.

Wirksames Zeitmanagement schafft Fokus, senkt Stress und schützt Zeit für Strategie, Führung und Erholung.

Im Folgenden findest du Tools und Methoden, die sich in vielen Teams bewährt haben, um Aufgaben verlässlich zu planen und Projekte sauber umzusetzen.

Ohne Energie, Fokus und realistische Pausen bleibt Leistung selten langfristig stabil – und genau diese Stabilität ist die Basis für Wachstum.

3. Projektmanagement: Kostenlose Zeitmanagement Tools

Jeder Mensch „funktioniert“ anders. Deshalb ist es wichtig, dass du die richtige Methoden für deine Arbeit auswählst. Dabei immer im Hinterkopf behalten: Viel hilft nicht unbedingt viel. Verschiedene Angebote zu nutzen, macht´s gegebenenfalls nur komplizierter, gerade wenn du diese mit deinen Teams teilst.

Bevor du Tools testest, lohnt sich zuerst ein Blick auf Ziele und Prioritäten – sonst werden To-do-Listen schnell länger, aber nicht wirksamer.

Mit den folgenden großartigen Tools kannst du Projekte und einzelne To Dos transparent abbilden und mit Teams teilen.

Online-Kalender

Die meisten Unternehmen nutzen Microsoft Outlook oder Google Mail sowieso. Warum dann nicht mit der integrierten Kalender-Funktion gleich Projekte koordinieren?

Ihr könnt separate Kalender anlegen, z. B. für jedes Teammitglied und/oder für jedes Projekt. Dann heißt es:

  • Meilensteine und Aufgaben eintragen,
  • mit Terminen bzw. Deadlines versehen,
  • E-Mails verknüpfen und
  • all das mit anderen teilen.

Pluspunkt: Outlook und Google Mail sind auch als Apps verfügbar.

Projektmanagement und Zeitmanagement Tool Google Kalender

Trello – ein intuitives Kanban-Tool

Trello ist ein intuitives Kanban-Tool, mit dem sich Aufgaben, Workflows und Verantwortlichkeiten leicht abbilden lassen. Sinnvoll ist oft ein Board für das eigene Zeitmanagement und ein weiteres pro Projekt.

Pluspunkte:

  • Sehr leicht bedienbar (kein Zeitfresser!)
  • Projekte bzw. Teilschritte lassen sich übersichtlich in Kanbans (Spalten) organisieren
  • Die einzelnen Aufgaben bekommen jeweils eine Karte, auf der ausreichend Raum für Notizen ist
  • Pro Karte können Verantwortungen verteilt werden (so wichtig!)
  • Checklisten-Funktion
  • Anhänge können hochgeladen werden etc.
  • Auch als App nutzbar

Schaut´s euch am besten mal an: zu Trello.

Trello als Projektmanagement und Zeitmanagement Tool oder Redaktionsplan
Ein Beispiel für Redaktions-To Dos bei einem Reiseblog

Excel – Projektmanagement und Zeitmanagement Tool mit Abzügen

Tatsächlich würde ich Excel nur in der Online-Version als Zeitmanagement-Tool auf Projektebene empfehlen. Offline kannst du deinen Plan nämlich nicht mit dem Team teilen. Und gerade Transparenz ist so wichtig.

Außerdem hat Excel seine Schwachstelle, wenn´s ins Detail geht. Zum Beispiel bei der Vergabe von Remindern/Terminen, umfangreicheren Notizen, Checklisten und Anhängen.

Weitere Zeitmanagement Tools auf Projektebene

  • Asana: Ein großartiges Projektmanagement Tool für umfangreiche Projekte und große Teams
  • Todoist: Ähnlich leicht zu bedienen wie Trello

4. Selbstorganisation: Kostenlose Zeitmanagement Methoden und Tools

Projekte transparent abzubilden, ist das eine. Das andere:

  • Sie in To Dos runterzubrechen,
  • zu priorisieren,
  • in die Woche einzuplanen und
  • effizient zu erledigen. Und zwar ohne euch in Details zu verlieren oder unter Druck zu geraten.

In vielen Teams ist entscheidend, bewusst Raum für Fokus und Kreativität zu schaffen – damit Prioritäten stabil bleiben und Umsetzung nicht permanent eskaliert.

Deshalb auch wichtig: Lasst euch Zeit reinzukommen, die Zeitmanagement Tools und Methoden auszuprobieren, sie ggf. an eure Bedürfnisse anzupassen und erwartet nicht, dass sie SOFORT Erleichterung verschaffen.

Gib dir Zeit, Methoden auszuprobieren und anzupassen. Der Effekt entsteht oft durch konsequente Anwendung über mehrere Wochen.

Tipp 1: Thementage und Fokuszeiten als Zeitmanagement Tools

Viele Führungskräfte profitieren davon, für bestimmte Aufgabentypen feste Zeitfenster oder Wochentage zu blocken, die genau dafür reserviert sind. Beispiel: Ein fester Tag pro Woche kann für Strategie- bzw. Business-Development-Themen genutzt werden; an diesem Tag werden nur in Ausnahmefällen Meetings eingeplant.

Der Vorteil: Strategisch wichtige Themen fallen nicht im Wust der To-dos hinten runter, weil sie im Kalender einen klaren Platz haben. Zusätzlich hilft ein bewusst geplanter Wochenstart, um ruhiger in die Woche zu kommen.

Für dich heißt das natürlich nicht, dass du ganze Tage blocken musst. Manchmal reicht auch ein Tag im Monat, ein Vormittag oder ein wiederkehrendes Zeitfenster pro Woche.

Zusätzliche Idee: Tage und Wochen entlang der eigenen Produktivitätsphasen strukturieren, zum Beispiel:

  • Das morgendliche Hoch für Deep-Work nutzen und keine Meetings legen.

  • Mails und Social Media erst nach dem ersten Produktivitätsblock.

  • Pausen bewusst einplanen.

  • Meetings in feste Slots bündeln.

Praxis-Tipp: Finde heraus, wann und wo du welche Aufgaben am besten erledigst, und plane diese Zeiten in Abstimmung mit dem Team. Wenn Zeiten im Kalender geblockt sind, wird für andere transparent, wann Fokuszeit ist und wann Meeting-Slots möglich sind.

Mehr Tipps dazu findest du auch in meinem Produktivitätsartikel.

Thementage als Zeitmanagement Tool und Methode zur Selbstorganisation

Tipp 2: Priorisieren, z. B. mit der ABC Methode

Womit fange ich an? Was ist das wichtigste To Do, das (heute) alles andere ins Rollen bringt?

Das zu entschlüsseln ist nicht immer ganz leicht. Manchmal liegt es auf der Hand, manchmal nicht. Und wenn du generell wissen willst, wie du einfacher Wichtiges von Unwichtigem unterscheidest, lies unbedingt meinen Beitrag zum Pareto Prinzip

Hilfreich ist zum Beispiel auch die ABC-Methode.

Mit dieser Analyse listest du zunächst alle Aufgaben auf und sortierst sie nach folgenden Kriterien:

  • A (wichtig)
  • B (relativ wichtig)
  • C (regelmäßig)

In die A-Aufgabe solltest du 60-75 Prozent deiner Zeit investieren, in B 10-25 und in C 5-15 Prozent. Es kommt natürlich immer darauf an, wie wichtig die C-Aufgabe ist. Handelt es sich um eine sehr wichtige Arbeit, wie eine wiederkehrende Podcast-Aufnahme, könnte sie mehr Zeit beanspruchen. Die fixen Vorgaben sind also eine Schwachstelle dieser Methode.

Keine Zeitmanagement Tools oder Methoden ersetzen die strategische Einordnung. Prüfe regelmäßig: Was zahlt auf Ziele, Umsatz, Team-Flow und Kundenwert ein – und was ist nur Aktivität?

Tipp 3: Zeiten tracken: ALPEN-Technik & Clockify als effektive Zeitmanagement Tools

Bist du auch am Ende des Tages oft frustriert, weil du nicht alles geschafft hast? Weil die To-Do-Listen niemals weniger werden? Setzt du dich dann auch unnötig oft noch am Abend oder Wochenende ran, oder früh morgens, nur um abzuarbeiten?

Und fühlst du dich dadurch auch immer unruhiger?

Schreibe dir eine To Do Liste und streiche die Hälfte!

Klingt rabiat, macht aber Sinn.

Meist schätzen wir unsere Zeit beziehungsweise den Aufwand hinter den Aufgaben nämlich viel zu knapp ein. Besonders, wenn es sich um etwas handelt, dass wir vorher noch nicht gemacht haben. Und das geht auf Kosten von Puffer und Pausen.

Schritt 1: Priorisiere und strukturiere deinen Tag

Ich nehme mir am Morgen Zeit, um meine Ziele zu visualisieren und den Tag in wenigen Minuten zu strukturieren. Manche machen das besser am Abend. Gut geeignet ist die so genannte ALPEN-Technik nach Lothar Seiwert.

  • A: Aufgaben notieren
  • L: Länge schätzen
  • P: Pufferzeit einplanen
  • E: Entscheidungen priorisieren
  • N: Nachkontrolle

Nun kannst du schauen, welche Aufgaben du zu welcher Tageszeit am besten erledigst. Beispielsweise solltest du das wichtige Telefonat wahrscheinlich nicht gleich am Morgen führen, sondern diese Kreativitätsphase nutzen, um dich um ein strategisches Thema zu kümmern.

Schritt 2: Größere To Dos in Teilschritte aufteilen

Du weißt, dass du einen Fachtext für ein Magazin schreiben sollst. Diese Aufgabe hat höchste Priorität. Gleichzeitig „drückst“ du dich davor, weil sie dir riesig erscheint, zu komplex, und du ja noch anders zu tun hast. Versteh ich!

Was also tun? Eat the frog! Auch das ist eine gute Zeitmanagement Methode zur Selbstorganisation. Eat the frog bedeutet nämlich, die unliebsame Aufgabe (den Frosch) mit höchster Priorität zu entschlüsseln und direkt am Morgen zu erledigen.

Was on top hilft: Größere To Dos in Teilschritte aufzuteilen und mit Apps wie Clockify tracken. Dadurch fokussieren wir nicht die endlose Straße, die vor uns liegt, sondern einzelne Schritte, die uns einem Ziel näher bringen. Jeder Schritt ist ein Erfolg (und ein Abhaken der To Do Liste beziehungsweise des Trello-Kärtchens).

Bei dem Beispiel des Fachartikels könnte das wie folgt aussehen:

  • Recherche: 1 Stunde
  • Schreiben: 3 Stunden
  • Feedbackschleife: 1 Stunde

Je kleinteiliger du Aufgaben aufdröseln kannst, desto besser – und realistischer dein Zeitmanagement! Auch hier gilt aber: It is all work in progress. Durch die Nachkontrolle wirst du immer besser darin, Aufwände richtig einzuschätzen.

Clockify ist eine tolle Zeitmanagement Methode zur Selbstorganisation
Clockify ist eine tolle Zeitmanagement Methode zur Selbstorganisation. Quelle: Screenshot Clockify Website

Tipp 4: Pomodoro-Technik (oder 50/10) – Fokus statt Kontextwechsel

Viele Menschen arbeiten konzentrierter, wenn sie in klaren Fokusblöcken arbeiten. Die Pomodoro-Technik teilt Arbeit in 25 Minuten Fokus + 5 Minuten Pause. Das hilft besonders bei Aufgaben, bei denen man sonst ständig abgelenkt wird.

Für viele Führungskräfte sind längere Fokusblöcke jedoch realistischer – zum Beispiel 50/10 oder 60/10 –, weil man sonst gerade bei strategischen Aufgaben kaum in die Tiefe kommt.

Wichtig ist weniger die „perfekte“ Minutenanzahl, sondern die Logik dahinter: eine Aufgabe, ein Fokusblock, keine Nebenkanäle. So sinkt Kontextwechsel, Entscheidungen werden klarer und die Umsetzung wird verlässlicher.

Das wichtigste Zeitmanagement Tool bist du

Tools helfen – aber wirksam wird Zeitmanagement erst, wenn du konsequent steuerst, was Aufmerksamkeit bekommt. Drei einfache Leitplanken:

  • Schütze Fokuszeit (für Strategie, wichtige Entscheidungen, Führung) wie einen Termin mit Priorität.

  • Reduziere Kontextwechsel: weniger parallel, mehr „fertig statt angefangen“.

  • Eliminiere Zeitfresser: Benachrichtigungen aus, E-Mail-Fenster zu, Meeting-Slots bündeln.

So wird aus „mehr machen“ wieder „das Richtige machen“ – und genau das ist der Unterschied zwischen reaktivem Abarbeiten und wirksamer CEO-Führung.

5. Fazit: Zeitmanagement ist CEO-Führung – kein Selbstoptimierungsprojekt

Zeitmanagement ist kein „Hacks“-Thema, sondern ein Führungshebel: Es entscheidet, ob Strategie umgesetzt wird oder im Operativen untergeht. Gerade für CEOs und Gründer:innen geht es weniger darum, noch mehr in den Kalender zu pressen – sondern darum, Aufmerksamkeit zu steuern, Prioritäten zu schützen und Umsetzung verlässlich zu machen.

Die wichtigste CEO-Essenz: Zeit ist eine Strategie-Entscheidung. Wer Fokuszeit nicht aktiv verteidigt, wird vom Tagesgeschäft geführt – und verliert genau die Stunden, die für Richtung, Entscheidungen und Teamführung nötig sind.

Die zweite Gründer-Essenz: Systeme schlagen Disziplin. Mit wenigen, einfachen Standards (Kalenderlogik, Priorisierung, Fokusblöcke, saubere Aufgabenpakete) werden Projekte planbarer, Teams unabhängiger – und Stress sinkt, weil weniger improvisiert werden muss.

Praktisch heißt das: Wähle wenige Tools, nutze sie konsequent, setze klare Fokusfenster für strategische Aufgaben – und halte die Spielregeln gegen Ablenkung und Meeting-Flut ein. Dann wird Zeitmanagement vom reinen „Organisieren“ zur Basis für Stabilität und Wachstum.